Was bedeutet Gesangstherapie?

Aktualisiert: Feb 2

"Stimme und Gesang als therapeutisches Medium befinden sich zwischen Psychotherapie, Logopädie, Gesangspädagogik und Musiktherapie. Gesangstherapie ist die Kunst, mit den Wirkungen von Stimme und Gesang therapeutisch umzugehen." (Carien Wijnen - Gründerin und Leiterin des "Instituts für ganzheitliche Stimmarbeit und Gesangstherapie" Berlin)



GESANGSTHERAPEUTISCHER ANSATZ


Die Stimme, das Singen und die Lieder sind Mittel und Wege, um Menschen zu berühren, in Fluss kommen zu lassen und im geschützten Raum Prozesse auszulösen und zu begleiten. Lieder und Übungen sind Medien, Atem/Stimme/Körper sind das Praxisfeld und der psychisch-seelische Prozess ist das Ziel. Insgesamt geht es um: Singen, tönen, atmen, spüren, hören, lauschen, horchen ♥. Gesangstherapie gibt - wie jede Therapieform - die Erlaubnis, sich zu spüren und zu äußern und gemeinsam persönliche Themen zu bearbeiten. Im Gegensatz zu anderen Therapieformen ist das Medium dabei die Stimme - besonders im Tönen und im Gesang. So kann auch hörbar gemacht werden, was in uns (nicht) stimmt (C. Wijnen).

WER LEBEN WILL, DER MUSS SICH HÖRBAR MACHEN


Schon als Neugeborenes kündigen wir mit dem Geburtsschrei unsere Ankunft auf dieser Welt an und in der nachfolgenden Zeit ist der Bindungsschrei unser wichtigstes Mittel, um mit unserer Umgebung in Kontakt zu treten, die Aufmerksamkeit auf uns zu richten und unsere Bedürfnisse nach lebensspendender Nahrung und Nähe einzufordern. Das bedeutet, dass wir uns mit unserer Stimme zeigen und Raum einnehmen können. Eine wichtige Vorraussetzung, um wahrgenommen und gehört zu werden - und somit einen Platz in der Welt einzunehmen.

EINZIGARTIGKEIT

Wir werden an der Einzigartigkeit unserer Stimme erkannt. Das liegt u.a. an der einzigartigen Zusammensetzung von Obertönen, die bei jeder menschlichen Stimme mitschwingt. Wir nehmen diese Obertöne zwar nicht bewusst wahr, aber sie charakterisieren jede Art von Klangerfahrung. So klingt jede Stimme anders.


BEGEGNUNGEN


Tönen und Singen stellen eine intensive Begegnung mit uns selbst dar. Wir spüren dabei die Schwingungen unserer eigenen Stimme im Körper und kommen auch auf seelischer Ebene mit uns selbst in Kontakt.


DER KÖRPER ALS SCHWINGUNGSRAUM


Beim Singen und Tönen versetzen wir außerdem unseren Körper in Schwingung. Die meisten Instrumente bestehen u.a. aus einem Resonanzkörper, dessen Schwingung den Klang maßgeblich mitbestimmt - so auch die menschliche Stimme. So kann der Klang der Stimme Aufschluss über körperliche Verspannungen und seelische Blockaden im Körper geben und umgekehrt können diese über gezieltes Tönen gelöst werden. Jede Zelle schwingt! Durch gezieltes BE-Singen bestimmter Körperteile können wir Panzerungen auflösen, Schmerz lindern und Heilungsprozesse in Gang bringen.

SINGEN ALS ANTIDEPRESSIVUM


Singen mobilisiert Kraft, Lust und Kreativität. Es eröffnet einen Weg zum ureigenen Potential. Da beim Singen und Tönen "Glückshormone ausgeschüttet werden" - gemeint ist damit die Erhöhung der Konzentration der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin im synaptischen Spalt - kann Singen auch dabei helfen, Menschen aus einer Depression herauszuführen und Ängste zu mildern. Vor allem wenn regelmäßig gesungen wird - optimaler Weise 1 mal täglich mind. 20 Minuten. Ebenso können die Heilsamen Lieder per se eine wichtige Stütze im Leben darstellen. In der Gesangstherapie und beim Singen in der Gruppe lernen Menschen häufig Lieder kennen, die noch lange in ihnen schwingen und sie in ihrem Leben begleiten können. Es handelt sich hierbei um Kraft-, Trost- und Klagelieder aus aller Welt. Lieder zum Jahreskreis, Rituallieder, Tanzlieder, Mantras und Chants, Nigun (jüdisch), Wiegenlider etc... Manchmal kommt im Leben auch spontan ein Lied plötzlich in uns gesungen, das vom Inhalt oder der Melodie her zu unserer momentanen Stimmung passt. Es kann uns auch Informationen aus unserem Unterbewusstsein zugänglich machen - wie ein Traum.


Was unterscheidet Gesangstherapie von Musik- oder Kunsttherapie?

In der klassischen Musiktherapie sowie in der ganzheitlichen Kunsttherapie spielt Gesang bislang eher eine untergeordnete Rolle. Die Musiktherapie ist ein großes Feld, wird aber in den meisten Fällen durch den Einsatz von Musikinstrumenten praktiziert - es geht vor allem um den Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen. Auch in der Kunsttherapie wird mit Hilfe des kreativen Ausdrucks gearbeitet - es werden Gefühle auf Papier gebracht, geformt, dargestellt, ausagiert. In der Gesangstherapie wiederum ist der Körper das Instrument, die eigene Stimme das therapeutische Medium. Somit ist die Arbeit mit Gesang unmittelbarer stark körperorientiert. Der Körper schwingt, der Körper klingt und singt. Dadurch wirkt die Gesangstherapie auf einer weiteren Ebene, nämlich der physischen. So wird auch körperliche Heilung unmittelbar in Gang gesetzt, das Singen wirkt dabei wie Medizin. So können wir uns gesund und glücklich singen - ganz ohne weitere Hilfsmittel. Alles was du dazu brauchst, ist deine Stimme ♥.

Sing dich frei!


Alles Liebe,


Daya Sea










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