Gesangstherapie

nach C.Wijnen - Singen als Therapie


"Stimme und Gesang als therapeutisches Medium befinden sich zwischen Psychotherapie, Logopädie, Gesangspädagogik und Musiktherapie.

Gesangstherapie ist die Kunst, mit den Wirkungen von Stimme und Gesang therapeutisch umzugehen." (Carien Wijnen - Ärztin, Heilpraktikerin, Sängerin, Gesangstherapeutin, Dozentin, Chorleiterin - Gründerin und Leiterin des "Instituts für ganzheitliche Stimmarbeit und Gesangstherapie" Berlin)

Gesangstherapeutischer Ansatz

Die Stimme, das Singen und die Lieder sind ein Medium, um Menschen zu berühren, in Fluss kommen zu lassen und im geschützten Raum Prozesse auszulösen und zu begleiten. Lieder und Übungen sind Medien, Atem/Stimme/Körper sind das Praxisfeld und der psychisch-seelische Prozess ist das Ziel.

 

Singen, tönen, atmen, spüren, hören, lauschen, horchen.

 Sing- und Gesangstherapie gibt - wie jede Therapieform - die Erlaubnis, sich zu spüren und zu äußern und gemeinsam Themen zu bearbeiten.

 

Im Gegensatz zu anderen Therapieformen ist das Medium dabei die Stimme - besonders im Tönen und im Gesang. So kann auch hörbar gemacht werden, was in uns (nicht) stimmt

(C. Wijnen).

Wer leben will, der muss sich hören lassen

Schon als Neugeborenes kündigen wir mit dem Geburtsschrei unsere Ankunft auf dieser Welt an und in der nachfolgenden Zeit ist der Bindungsschrei unser wichtigstes Mittel, um mit unserer Umgebung in Kontakt zu treten, die Aufmerksamkeit auf uns zu richten und unsere Bedürfnisse nach lebensspendender Nahrung und Nähe einzufordern.

 

Wir werden an der Einzigartigkeit unserer Stimme erkannt. Wir können uns zeigen und Raum einnehmen.

Begegnungen

Tönen und Singen stellen eine intensive Begegnung mit uns selbst dar. Wir spüren dabei die Schwingungen unserer eigenen Stimme im Körper und kommen auch auf seelischer Ebene mit uns selbst in Kontakt.

 

Nach Außen hin macht man sich hörbar und somit sichtbar. Scham und Unsicherheit vor dem Gegenüber können ausgelöst werden, Angst vor dem bewertet werden. Hier können auch alte Erfahrungen aus der Kindheit hineinspielen.

Da unsere Stimme unser ureigenstes Instrument und Ausdrucksmedium ist, beziehen sehr viele Menschen Rückmeldungen zu ihrer Stimme auf ihr gesamtes Wesen.

 

Der Körper als Schwingungsraum

Beim Singen und Tönen versetzen wir unseren Körper in Schwingung. Die meisten Instrumente bestehen u.a. aus einem Resonanzkörper, dessen Schwingung den Klang maßgeblich mitbestimmt - so auch die menschliche Stimme. So kann der Klang der Stimme Aufschluss über Verspannungen und Blockaden im Körper geben und umgekehrt können diese über gezieltes Tönen gelöst werden.

 

Die Gesangstherapie ist somit im Gegensatz zu anderen ausdrucksorientierten Therapieformen, wie beispielsweise Mal- und Musiktherapie, stark körperorientiert. Wir spüren uns als Ganzes und können ganz bei uns ankommen.

 

Singe bis deine Seele Flügel bekommt

Singen mobilisiert Kraft, Lust und Kreativität. Es eröffnet - vielleicht zum ersten Mal - einen Weg zum ureigenen Potential. Da beim Singen und Tönen Glückshormone ausgeschüttet werden, kann es auch helfen, Menschen aus einer Depression herauszuführen und Ängste zu mildern.

Ebenso können die Lieder per se auch eine wichtige Stütze im Leben darstellen.  In der Gesangstherapie und beim Singen in der Gruppe lernen Menschen häufig Lieder kennen, die noch lange in ihnen schwingen und sie in ihrem Leben begleiten können.

Es handelt sich hierbei um Kraft-, Trost- und Klagelieder aus aller Welt. Lieder zum Jahreskreis, Rituallieder, Tanzlieder, Mantras und Chants, Nigun (jüdisch), Wiegelider etc...

Manchmal kommt im Leben auch spontan ein Lied plötzlich in uns gesungen, das vom Inhalt oder der Melodie her zu unserer momentanen Stimmung passt. Es kann uns auch Informationen aus unserem Unterbewusstsein zugänglich machen - wie ein Traum.